Christian Böhm
Meine Reise durch die Fotografie: Von der analogen Leidenschaft zurück zu den Wurzeln
Die Fotografie begleitet mich schon seit meiner Jugend. Von meinem ersten selbstverdienten Geld im Ferienjob kaufte ich mir eine Spiegelreflexkamera – ab diesem Moment gab es kaum einen Ausflug mehr ohne sie. Anfangs hielt ich Momente auf Farbabzügen fest, später faszinierten mich vor allem Farbdias.
Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs fiel mir durch Zufall auf dem Wiener Mexikoplatz eine Kiev 60 – ein ukrainischer Hasselblad-Nachbau – in die Hände. Das langsame, bedächtige Fotografieren und das Komponieren des Bildes auf der großen Mattscheibe ließen mich nicht mehr los. Ich tauchte tiefer in die Materie ein, lernte Schwarz-Weiß-Filme selbst zu entwickeln und stieg schließlich auf das Mittelformat um: Eine gebrauchte Hasselblad zog bei mir ein, gefolgt von zwei Diaprojektoren, mit denen ich mit Überblendshows experimentierte. Als die Ausrüstung für Reisen zu schwer wurde, ergänzte eine legendäre Leica M3 (und später eine M6) mein Equipment.
Mit dem Beginn des Digitalzeitalters und durch meine berufliche Nähe zur digitalen Bildbearbeitung auf dem Mac packte mich die Neugier. Aus heutiger Sicht tut es mir im Herzen weh, aber damals verkaufte ich meine gesamte Analogausrüstung, um die neue Welt zu erkunden – erst mit einer Leica Digilux, dann mit einer Olympus E-1.
Doch dann kam die Familie, und mit ihr veränderte sich alles. Statt künstlerischer Motivsuche standen nun Familienfotos im Fokus. Schließlich zog die Smartphone-Fotografie ein (ich hatte tatsächlich eines der ersten 20 iPhones in Österreich, die man noch hacken musste, um sie im Netz zu nutzen).
Fast 20 Jahre hielt dieser pragmatische Zustand an. Bis mir vor zwei Jahren wieder ein Zufall eine Fujifilm X-Pro2 in die Hände spielte. Sofort war das alte „Leica-Gefühl“ zurück: Echte Stellräder, ein Blendenring – alles wie damals. Der Funke war sofort wieder da, und seither fotografiere ich wieder mit der alten Leidenschaft.